Regel der Woche: Doppeltes Prellen im Handball

Das Wichtigste auf einen Blick
  • Nach dem Aufnehmen eines geprellten Balles darf derselbe Spieler nicht noch einmal prellen oder tippen.
  • Ein erneutes Prellen ist erst erlaubt, wenn der Ball einen anderen Spieler oder das Tor berührt hat.
  • Doppeltes Prellen führt zu einem gegnerischen Freiwurf und wird mit dem IHF-Handzeichen 4 angezeigt.

Im Handball gehört das Dribbling zu den wichtigsten Grundlagen, doch beim Ballführen gibt es klare Grenzen. Oft sieht man in Jugend- oder Einsteigerspielen den Schiedsrichterpfiff wegen eines Fehlers, der im Volksmund schlicht als „Zweimal“ bekannt ist. In dieser Ausgabe der Regel der Woche erklären wir dir genau, wann ein doppeltes Prellen vorliegt, welche Konsequenzen es hat und welche wichtigen Ausnahmen du kennen solltest.

Was sagt die Regel?

Gemäß Regel 7:4 b ist es dir erlaubt, den Ball am Ort oder im Lauf wiederholt mit einer Hand auf den Boden zu prellen oder zu rollen und ihn danach mit einer oder beiden Händen zu fangen bzw. aufzunehmen. Während eines laufenden Dribblings ist auch das kontinuierliche Prellen von einer Hand in die andere gestattet, solange der Ball abwechselnd nur mit jeweils einer Hand geführt und nicht zwischenzeitlich gefasst wird.

Sobald du den Ball nach einem Prell- oder Tippvorgang mit einer oder beiden Händen gefasst bzw. unter Kontrolle gebracht hast, darfst du ihn laut Regel 7:4 und 7:7 nicht noch einmal prellen oder tippen. Nach dem Aufnehmen bleiben dir maximal drei Schritte und eine Haltezeit von längstens drei Sekunden, um den Ball abzuspielen oder auf das Tor zu werfen. Ein erneutes Prellen ist erst wieder regelkonform, wenn der Ball zwischenzeitlich einen anderen Spieler – egal ob Mit- oder Gegenspieler – oder das Tor berührt hat, also Pfosten oder Latte.

Tippst du den Ball ohne eine solche Fremd- oder Torberührung nach dem Fangen erneut auf den Boden, begehst du den Regelfehler des doppelten Prellens (auch Doppelführung genannt). Die Spielfortsetzung ist nach Regel 13:1a stets ein Freiwurf für die gegnerische Mannschaft an dem Ort, an dem der Verstoß begangen wurde. Die Schiedsrichter zeigen dies mit dem offiziellen IHF-Handzeichen 4 an, indem sie beide Unterarme mit offenen Handflächen abwechselnd auf und ab bewegen. Wichtig: Ein Fangfehler („Fumble“) bleibt straffrei. Gelingt es dir beim Fang- oder Stoppversuch zunächst nicht, den Ball unter Kontrolle zu bringen, gilt dies nicht als Prellen, und du darfst den Ball nach Bodenkontakt aufnehmen und regulär prellen.

Typische Situationen im Spiel

Ein Rückraumspieler dribbelt im Gegenstoß auf die gegnerische Abwehr zu, stoppt und nimmt den Ball mit beiden Händen auf. Um an einem herauseilenden Verteidiger vorbeizugehen, tippt er den Ball erneut auf den Hallenboden. Die richtige Entscheidung: Pfiff, Handzeichen 4 und Freiwurf für die verteidigende Mannschaft.

Anders sieht es aus, wenn eine Spielerin den Ball fängt, zweimal prellt, ihn aufnimmt und aufs Tor wirft: Prallt der Ball an den Torpfosten und springt direkt zurück in ihre Hände, darf sie weiterspielen und sofort wieder losprellen, da die Torberührung ein erneutes Prellen gestattet.

Wird ein Spieler beim Prellen im Lauf von einem Gegenspieler legal bedrängt, arretiert den Ball kurz mit beiden Händen am Körper und prellt reflexartig weiter, liegt ebenfalls ein Verstoß vor. Die Schiedsrichter unterbrechen das Spiel und entscheiden auf Freiwurf für den Gegner wegen doppelten Prellens.

Darauf solltest du achten

  • Ball nicht zu früh sichern: Sobald du den Ball nach dem Dribbling mit beiden Händen anfasst, musst du passen oder werfen.
  • Grenzen nach dem Aufnehmen nutzen: Nach dem Beenden des Prellens verbleiben dir maximal drei Schritte und höchstens drei Sekunden Haltezeit.
  • Rebounds im Blick behalten: Nach einem Wurf an Pfosten oder Latte darfst du den abgeprallten Ball wieder aufnehmen und erneut prellen.
  • Keine Panik bei Fangfehlern: Wenn dir der Ball bei der Annahme unglücklich verspringt und den Boden berührt, liegt kein Prellen vor und du darfst danach regulär dribbeln.

Quellen: Deutscher Handballbund (DHB) / IHF: Internationale Handballregeln (Regel 7: Spielen des Balles). Maßgeblich ist immer das aktuelle Regelwerk deines Verbands.

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